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Outsourcing – Ja aber was

Unbenannt-1Angeregt von einer Blogparade auf www.techguy.at stellte ich mir auch die Frage “wie stehe ich zum Outsourcing?”. Als Systemhaus, das zu einem großen Teil seinen Deckungsbeitrag aus Outsourcing im weitesten Sinne erwirtschaftet, stehe ich dem natürlich positiv gegenüber. Wie ist es aber, wenn ich Outsourcing von Dienstleistung für unser Unternehmen betrachte? Sieht dann meine Meinung anders aus? Die Antwort ist

Nein. Warum? Nun ich sehe es so: Kernkompetenzen sollte ein Unternehmen selber abdecken. Nehmen wir ein Beispiel: Wir betreiben unsere Kommunikation zur Außenwelt nun seit ca. 3 Jahren durch sogenanntes Web 2.0. Wir Bloggen, produzieren Webcasts, Podcasts und Videos. Weiterhin Twittern wir und sind auf Facebook vertreten. So kann sich ein Interessent ein Bild von uns und unseren Leistungen machen. Jetzt wäre es in meinen Augen fatal, wenn wir diesen Prozess outsourcen würden. Im Gegenteil weil dieser Bereich für uns so wichtig ist, haben wir das Know-how aufgebaut, wie man z. B. WordPress betreibt und optimiert. Wir haben uns das Equipment um Videocast, Podcast und auch Videos in akzeptabler Qualität zu erzeugen zugelegt. Und auch die Produktion der digitalen Erzeugnisse übernehmen wir selbst. Damit sind wir in der Lage “mal eben” etwas zu überschaubaren Kosten zu produzieren. Viele andere Dinge outsourcen wir auch. Seien es inhouse Seminare die wir durch qualifizierte Trainer durchführen lassen oder der Betrieb einer unserer Hyper-V Server, auf dem sich alle unsere Websites befinden. Das kann in einem Rechenzentrum in Frankfurt mit einer entsprechenden Internetanbindung sehr viel effizienter gestaltet werden als bei uns im Sauerland.

So wie ich es für uns sehe, so sehe ich es auch für unsere Kunden. Alle Dinge, die für den Betrieb „lebensnotwendig“ sind, sollten durch eigenes Personal betrieben werden. Geht dies nicht, so sollte das Know-how zumindest im Unternehmen vorhanden sein. Sich in solchen Fällen in eine Abhängigkeit eines Dienstleisters zu begeben, der vielleicht nur alle “Jahre mal wieder” im Haus ist, kann fatale Folgen haben. Bei anderen Themen, die nicht das absolute Kerngeschäft betreffen, ist ein Outsourcen durchaus sinnvoll.

Allerdings haben viele Kunden hier ein Problem: immer mehr EDV-Themen werden unternehmenskritisch und immer weniger Ressourcen, seien es nun finanzielle Mittel oder schlicht Arbeitsstunden, stehen zur Verfügung. Deswegen bleibt einem oft gar nichts anderes übrig, als diese Leistungen auch abzugeben. Dann kann man froh sein, wenn man einen Dienstleister hat, mit dem man bereits Jahre lang zusammenarbeitet und schon “Höhen und Tiefen” durchlebt hat. Ich meine damit keine Beziehungs- sondern EDV-Krisen. Wenn der Dienstleister hier gezeigt hat, dass er auch in der Not ein verlässlicher und kompetenter Partner ist, dann befindet man sich in einer starken Partnerschaft und kann auch darüber nachdenken Kernbereiche outzusourcen.

Deswegen ist mein Fazit: Outsourcing ja, aber man muss von Fall zu Fall abwegen wie viel und an wen.

Carsten Rachfahl